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Geschichte

Natürlich bewegt von Anfang an – Ökologie mit Tradition

Das Biohotel Spöktal hat eine lange Tradition und eine bewegte Geschichte, von der hier ein wenig erzählt werden soll.

Der Anfang1926 war die Gründerin Anna Hoffmann, aus Westpreußen stammend, kaum 20 Jahre alt; ihr Ehemann, Kurt Hoffmann, hatte gerade den ersten Weltkrieg überlebt.
Können Sie sich vorstellen, wie viel Mut es gekostet haben muss, damals mitten auf dem Land ein so genanntes „vegetarisches Erholungsheim“ zu eröffnen?
Und wie viel Einsatz und Standvermögen erforderlich waren, um dieses kleine Paradies und die naturnahe Gesinnung über 3 Generationen und den zweiten Weltkrieg hinweg für die Nachwelt zu bewahren?
Was heute wieder aktueller denn je ist, der Schutz der Umwelt sowie das Leben und Wirtschaften mit der Natur statt gegen sie, war von Anfang an im Spöktal ein grundlegendes Thema.

 

Entwicklung aus der Jugend- und Lebensreformbewegung

Anna HoffmannDie Spöktaler Geschichte beginnt mit der Einweihung eines Teils des heutigen Heidehauses zu Pfingsten 1926. Zuvor waren nur Heidschnucken durch das Spöktal gewandert, Wohngebäude gab es nicht. Der Zauber dieser einmalig abwechslungsreichen Landschaft nahm die jugendbewegten Gründer Anna und Kurt Hoffmann sofort gefangen; ihr Gründungsimpuls waren der Erhalt der Natur und die Erprobung neuer Formen des Lebens auf dem Land. Kurt Hoffmann als gelernter Landwirt erkannte, dass der karge Heide-Boden des Spöktals nur wenig extensive Landwirtschaft im kleineren Umfang zulassen würde, und bewirtschaftete damals schon den Garten nach den neuen biologischen Prinzipien. Übrigens, auch in der nächsten Generation wurde dieser fortschrittliche Impuls mutig weitergeführt. Hartmut Marold sen. heiratete in die Familie ein, er lernte bereits in den 50er Jahren in einem hessischen Bio-Betrieb Gartenbau.

Der Großteil der Fläche des Spöktals besteht aus diesem natürlichen Park mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, seinem Mosaik aus freien, sonnigen Heideflächen, artenreichem Mischwald und dem klaren Quellbach. Um diese Natur zu erhalten, brauchte und braucht es bis heute behutsame Landschaftspflege und Schutz durch den Menschen.

In den 20er Jahren war das Spöktal mit seinen Heideflächen scheinbar wertloses Land. Was konnte man damit beginnen? Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine neue gesellschaftliche Bewegung, die Reformbewegung, die „Erholung im Einklang mit der Natur“ propagierte.?Durch die Industrialisierung war die Gesellschaft von ihrer natürlichen Basis entfremdet worden; es herrschte damals wie heute eine große Sehnsucht nach Ursprünglichem. Anna und Kurt Hoffmann erkannten ihre Chance und beschlossen, die natürliche Schönheit des Spöktals behutsam zu erschließen und dieses Kleinod zu einem Kraft spendenden Urlaubs- und Erholungsort zu entwickeln.

 

Schritt für Schritt

Alter SpeiseraumDie Anfänge in den turbulenten 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts waren sehr einfach und auch mühsam für die idealistischen Gründer. Die neue Lebensweise – Vegetarismus und Reformkost, Freikörperkultur und biologischer Anbau von Lebensmitteln – war geprägt durch die Lebensreform-Bewegung, deren bekannteste historische Vertreter die Eden-Genossenschaft bei Berlin und Monte Verita bei Arosa (Tessin) waren. Ihre Andersartigkeit stieß bei den konservativen Einheimischen natürlich auf kopfschüttelndes Unverständnis – bei den bald immer zahlreicher kommenden, stadtmüden Besuchern jedoch auf Begeisterung. Ein Traum wurde wahr: mit Hilfe von gleich gesinnten Gästen konnte eine kleine Oase der Begegnung, der Erholung und der Naturnähe aufgebaut werden.

Schon bald wurde ausgebaut. Zunächst entstanden in den 30er Jahren die einfachen Häuschen mitten im Wald, „Hütten“ genannt, in unmittelbarer Nähe zu Bach und Wiese. Eines davon wurde in den 50ern zum alten Waldhaus umgebaut; fünf weitere wurden in den 70er Jahren erweitert. 1964 kam das Birkenhaus, 1979 das Sonnenhaus mit neuen Wirtschafts- und Speiseräumen hinzu.

Zuletzt wurde das alte Waldhaus im Jahre 2005 durch das neue Waldhaus ersetzt: einen nach baubiologischen Erkenntnissen gebauten und eingerichteten Holzständerbau in zeitgemäß nachhaltiger und energiesparender Bauweise, mit vier allergikerfreundlichen, hellen Bio-Wohnungen, die neue Maßstäbe setzten. Der Beitritt 2005 zum internationalen Verein der BIO-Hotels, zum nahen ÖKORegio-Verein und dem Viabono-Verbund waren weitere wichtige Schritte aus der ökologischen Tradition als Pionier und Einzelkämpfer hinein in die zeitgemäße, nachhaltige Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten.

Dankbar und stolz sind wir für diese besondere Tradition von zeitlosen Werten, die unsere Großeltern und Eltern uns vorlebten. Im Einklang mit der Natur und sich selbst zu sein ist für die Zukunft, die kommende Welt unserer Kinder und Kindeskinder, wichtiger denn je zuvor.

Die Spöktaler Geschichte ist übrigens nicht nurein Stück Familientradition für uns, sondern auch für unsere vielen treuen Stammgäste. Unser Haus ist ihnen über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg zur Urlaubsheimat geworden; einige kamen schon als Kinder hierher und kommen jetzt mit ihren Kindern oder vielen Erinnerungen wieder. Wo sonst gibt es noch so einen Ort der Begegnung der Generationen über die Generationen hin?

 

Hausgeist oder Geist des Hauses

Zu guter Letzt ein paar Informationen zum Namen „Spöktal“:
Vielleicht kennen Sie den plattdeutschen Begriff „Spökenkieker“, übersetzt in etwa mit „Geisterseher“. Damit wurde früher in Norddeutschland ein Mensch mit verfeinerter Wahrnehmung und oft versponnenen Charakterzügen bezeichnet, jemand, der „Gesichter“ (heute sagt man Visionen) sieht und Seltsames zu erzählen weiß. Viele, die als solche „Spinner“ anfingen, schrieben Geschichte – so wie unsere Großeltern, die ihre Vision vom „Spöktal“ lebendig werden ließen.

Der Name „Spöktal“ leitet sich jedoch von etwas anderem her, und zwar vom Baum des Jahres 2002, dem Wacholder. In alter Zeit, so die Heidesage, waren es die Wacholderbäume, die eines nachts den bekannten und gefürchteten Raubritter Moritz von Zahrenhusen in die Flucht trieben, als er in das heutige Spöktal einfallen wollte:
Geisterhaft, wie ein Spuk, als Silhouetten von Wachsoldaten, so wirkten die Wacholder im Mondlicht auf den furchtlosen Ritter Moritz von Zahrenhusen, er ergriff die Flucht… es gibt ja auch viele gute Geister…

Das Spöktal damals

Auch bei Tageslicht fällt auf, dass kaum ein Baum eine so individuelle, interessante Wuchsform hat wie der Wacholder, der gerade auf ärmstem Boden gut gedeiht, wenn er nur genügend Sonnenlicht erhält. Und von alters her gilt der Machandel als Schutzbaum, als guter Geist, er bringt Licht und Wärme in das Innere der Häuser –Holz, Beeren und Nadeln eignen sich gut zum Räuchern, als Aromastoff oder zum Schutz vor Krankheiten, darüber hinaus für Spökenkieker zur Klärung des Geistes und Visionsfindung. Die Zapfen dieser Konifere, die sogenannten Wacholderbeeren, sind ein klassisches Gewürz unter anderem zu Sauerkraut und Wildgerichten.

Das Thema „Kulinarik“ ist uns in unserem Haus ja immer schon wichtig gewesen. Und siehe da, spätestens zu Tisch im Restaurant „Machandel“ – ein altes Wort für Wacholder – finden sich alle Urlauber wieder bei uns ein, was auch immer sie am Tag unternehmen. Genauso individuell wie der Wacholder in seinen Spielarten sind auch unsere Gäste, und in netter Runde wächst oft eine freie, fröhliche Gemeinschaft auf Zeit zusammen.


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